Dalton

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07. Mai 2020

Massagetutorial für den praktischen Unterricht der Physiotherapieausbildung

Gut sieben Wochen ist es her, dass auch unsere Physiotherapiefachschule den Unterricht aus den Klassenzimmern in die vier Wände der Auszubildenden verlagern musste.

Besonders viel Zeit hatten Schulleitung und Dozent*innen nicht, als auch sie schließlich aufgrund der COVID-19-Pandemie angehalten waren, von Präsenz- auf Onlineunterricht umzustellen. „Das war innerhalb des einen Tages, den wir Zeit hatten, eine große Herausforderung“, berichtet Schulleiterin Christine Héraucourt, ist aber auch zufrieden, wie es lief. Dabei war die Plattform Teams von Microsoft eine große Hilfe. Neben Chat- und Besprechungsfunktionen bietet diese viele weitere Möglichkeiten, um das Arbeiten in Gruppen zu erleichtern und zu organisieren. Zum Beispiel können Aufgaben zugewiesen, Lösungen eingereicht und Arbeitsmaterialien in verschiedensten Dateiformaten übersichtlich strukturiert zur Verfügung gestellt werden. „Wir haben von Anfang an alles, was Teams zu bieten hat, genutzt und machen eigentlich ziemlich normalen Unterricht“, sagt Héraucourt.

Unterricht in Online-Lernumgebung

Die Dozent*innen vermitteln ihren Stoff in Präsentationen, schreiben Notizen aufs Whiteboard oder veranschaulichen Inhalte mittels Videos – das alles nun eben im „Online- Unterrichtsraum“. Dort halten die Auszubildenden auch Referate. Über extra dafür vorgesehene Tools stellen die Dozent*innen Aufgaben, teilweise zum direkt Bearbeiten in der jeweiligen Unterrichtsstunde, teilweise als Wochenaufgabe. Auch Fachartikel und andere Materialien bekommen die Auszubildenden digital zur Verfügung gestellt.

Der für die Physiotherapieausbildung so elementare praktische Unterricht wird, soweit möglich, ebenfalls umgesetzt. Dazu kommen vor allem Videos zum Einsatz. Dozentin Claudia Kluge hat beispielsweise mehrere Massage-Tutorials erstellt. In einem zeigt sie Techniken der Triggerpunktmassage anhand einer Wadenbehandlung und wie man das Bindegewebe mit einer Schröpfmassage löst. In einem anderen Video sind Ablauf und Griffe der klassischen Armmassage zu sehen, die die Dozentin kommentiert und dabei auch mögliche Krankheitsbilder und Ursachen nennt. Die Videos schauen sich die Auszubildenden an, dokumentieren das Gesehene und üben es natürlich auch praktisch zu Hause. Von ihren Übungen machen die Auszubildenden teilweise ebenfalls Aufnahmen, damit sich die Dozent*innen diese anschauen und Rückmeldung geben können. „Die aktuelle Situation stellt zwar eine große Herausforderung dar, die Arbeit macht aber auch großen Spaß, weil man sehr kreativ werden muss. Und es ist toll, dass das ganze Team so super mitzieht.“, findet Héraucourt.

Umfrageergebnisse grafisch

Um herauszufinden, wie zufrieden die Auszubildenden mit der aktuellen Unterrichtssituation sind und wo sie Verbesserungsbedarf sehen, hat Christina Héraucourt eine Onlineumfrage gemacht. Darin konnten die Auszubildenden Angaben machen, wie sie die Arbeitsbelastung durch die Hausaufgaben oder die Anforderungen innerhalb des Unterrichts empfinden, wie sie die Vermittlung der Inhalte bewerten oder welche Unterrichtmethoden sie bevorzugen. Insgesamt sind die Auszubildenden laut der Umfrageergebnisse sehr zufrieden mit dem Onlineunterricht.

Klar ist aber auch, dass man mit dem Onlineunterricht in der Physiotherapieausbildung, gerade was den praktischen Unterricht betrifft, an Grenzen stößt. Denn um ein Gefühl für den menschlichen Körper zu bekommen, um Untersuchungstechniken zu erlernen oder bestimmte Handgriffe zu üben, ist es für die Auszubildenden ganz zentral, auch aneinander zu üben und praktische Erfahrungen zu machen.

In kleinen Schritten zurück in die Schule

Für manche Auszubildenden ist das nun wieder eingeschränkt möglich. Der Kurs PHY18-1, der im März 2021 Examen macht und sich dementsprechend vorbereiten muss, ist mittlerweile in Ergänzung zum Online-Unterricht nun jeweils wieder für einen Tag an der Schule. Dabei gelten natürlich strenge Hygienemaßnahmen, wie beispielsweise Maskenpflicht in den Klassenräumen und auf dem Flur. „Es ist wichtig, dass die Schüler lernen, sich selbst und andere zu schützen und mit dem Virus umzugehen und zu arbeiten und es geht auch darum, wieder ein halbwegs normales Leben zu führen. Schließlich wird uns COVID-19 noch eine lange Zeit beschäftigen.“, ist sich Héraucourt sicher.

Mittlerweile sind die Auszubildenden des Kurses 17-2 wieder im Praktikum. Sie haben sich ebenfalls zunächst ausführlich mit den Hygienemaßnahmen vertraut gemacht. „Auch hier wollen wir unseren Auszubildenden vermitteln, wie Physiotherapie trotz COVID-19 stattfinden kann. Und da gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel auch Übungen mit Abstand.“, so Héraucourt. Wie bisher werden die Auszubildenden im Praktikum von ihren Dozent*innen betreut. Dafür wird nun auch der Videochat genutzt. Wenn Einrichtung und Patient einverstanden sind, machen die Auszubildenden auch manchmal Videos von den durchgeführten Übungen und Behandlungen und besprechen diese dann mit ihrem Dozent.

Auch der Kurs 17-1 ist zum Ablegen der Examensprüfungen, die im März jäh unterbrochen wurden, unter strengen Hygieneauflagen an die Schule zurückgekehrt. Am 6. Mai fand die letzte Prüfung statt.

Zum 4. Mai ist mit etwas Verzögerung nun auch der neue Kurs gestartet. Zum Auftakt gab es unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen und in kleinen Gruppen eine Einführung vor Ort, bevor es dann am 5. Mai erstmal online weiterging. Der neue Kurs wird nun ebenfalls einmal pro Woche Unterricht in der Schule haben.

Ziel ist es, den Unterrichtsbetrieb in kleinen Gruppen wieder langsam aufzunehmen. Jeder Kurs soll dazu nun erst einmal mit einem ganzen Schultag beginnen. Auch wenn momentan alles etwas anders läuft als geplant, so geht es doch weiter.

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