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07. Juli 2021

Die Ausbildungsbotschafterinnen für die Erzieher*innen-Ausbildung

Sarah Rocha und Svenja Berberich machen bei uns die Erzieher*innen-Ausbildung und besuchen derzeit die FSUK-Klasse. Seit Kurzem sind die beiden Ausbildungsbotschafterinnen. Darüber und über die Erzieher*innen-Ausbildung haben wir mit den beiden gesproche.

Wie seid ihr Ausbildungsbotschafterinnen geworden?

Sarah: Unsere Dozentin Frau Roth hat uns direkt angesprochen. Wir wussten nichts davon und waren total überrascht. Und wir haben uns dann dazu bereit erklärt, das zu machen.

Was findet ihr gut an der Initiative Ausbildungsbotschafter*innen?

Svenja: Ich finde die Aussicht schön, Jugendlichen, die vielleicht noch nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen, eine Perspektive geben zu können. Für diejenigen die schon Interesse an dem Beruf haben, können wir eine Entscheidungshilfe sein. Und ich finde es gut, dass die Jugendlichen von jemandem, der die Ausbildung selber macht, vermittelt bekommen, wie es abläuft und dass es eine richtig coole Ausbildung ist.

Sarah: Das kann ich nur bestätigen. Außerdem finde ich, dass das Bild vom Erzieherberuf oft ziemlich einseitig oder auch negativ behaftet ist. Vielleicht können wir dieses Bild ein bisschen verändern. Ich glaube, da wir eher auf Augenhöhe mit den Schüler*innen sind, weil wir eben nicht so weit von deren Alter entfernt sind, können wir ihnen mehr vermitteln als jemand der sie z.B. später benoten wird.

Was genau macht eine Ausbildungsbotschafterin?

Svenja: Wir gehen an alle möglichen weiterführenden Schulen, z.B. zu Berufsabenden oder anderen Veranstaltungen, bei denen es um verschiedene Ausbildungsberufe oder auch Studiengänge geht und stellen dann dort unsere Ausbildung vor.

Was habt ihr in der Ausbildungsbotschafter-Schulung gelernt? / Wie wurdet ihr auf eure Aufgaben vorbereitet?

Sarah: Die Schulung hat wegen der Pandemie online stattgefunden. Es waren noch zehn weitere Auszubildende aus sieben verschiedenen Berufen dabei. Erstmal hat jeder sich und seinen Beruf vorgestellt. Dann sind wir durchgegangen, wie ein Schulbesuch abläuft und wie wir unsere Inhalte vermitteln können. Die Schulungsleiter haben uns Tipps und Methoden wie Storytelling mit auf den Weg gegeben, die wir dann bei unseren Schulbesuchen einsetzen können. Echt cool fand ich, dass uns eine Ausbildungsbotschafterin, die schon in Schulen gegangen ist, ihre Präsentation vorgestellt hat und wir schon mal ungefähr sehen konnten, wie man sowas macht.

Svenja: Ja, die Schulung war echt interessant. Als wir gefragt wurden, ob wir das machen wollen, hatte ich gar keine so genaue Vorstellung davon, was wir da überhaupt machen müssen. Die Schulung war da schon sehr hilfreich und ich habe mich danach vorbereitet gefühlt. Und ich freue mich schon, wenn es dann losgeht.

Gibt es schon Einsatztermine?

Svenja: Jetzt sind erst mal Sommerferien. Aber danach wird es dann losgehen.

Sarah: Wir werden per E-Mail Terminvorschläge zugeschickt bekommen und dürfen dann aussuchen, wo wir hingehen und welche Termin wir nehmen. Das finde ich gut, dass uns da so eine Freiheit gelassen wird.

Welche Voraussetzungen sollte man für die Erzieher*in-Ausbildung mitbringen?

Svenja: Auf jeden Fall eine soziale Ader, das ist, glaube ich, selbstverständlich in dem Beruf. Außerdem Spaß bei der Arbeit mit Kindern, Flexibilität und auch die Bereitschaft, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass ich später im Kindergarten arbeiten werde, meine Praktikumszeit im nächstes Schuljahr werde ich aber in der Krippe verbringen und dann will ich im Anerkennungsjahr auch noch in einen Hort.

Sarah: Ich finde, durch die Ausbildung reflektiert man sich selbst extrem viel und lernt viel für sich selber. Das gefällt mir daran auch so. Man lernt nicht nur Formeln, die man dann anwendet – Menschen sind ja auch keine Aufgaben, bei denen man Formeln anwenden kann – man muss flexibel sein. Eigentlich braucht man, glaube ich, gar nicht so viele Voraussetzungen, außer eine Offenheit und Spaß an der Arbeit mit Kindern und dass man bereit ist, sich zu verändern und zu reflektieren.

Warum würdet Ihr diese Ausbildung empfehlen?

Sarah: Also ich würde die Ausbildung empfehlen, weil man da ganz viel für sich selber rausziehen kann. Mir gefallen die Themen und die Fächer und ich kann die Fachhochschulreife machen.

Svenja: Ich finde, man wächst während der Ausbildung auch unglaublich an sich selbst. Das bekomme ich auch von meinen Eltern rückgemeldet, die sagen, dass ich ganz anders und viel offener geworden bin. Das ist ein schöner Nebeneffekt. Und ich finde die Arbeit mit Kindern generell unglaublich bereichernd, man lernt so viel daraus und die Kinder bringen auch so viel mit, das ist einfach schön. Und die Ausbildung selbst ist auch total praxisbezogen. Man macht was in der Schule und am anderen Tag kann man es im Kindergarten ausprobieren.

Sarah: Den Praxisbezug würde ich auch auf jeden Fall als großes Plus sehen. Das finde ich echt wichtig. Von Studierenden, z.B. mit Grundschullehramt, was Svenja ja schon studiert hat, hört man, dass man nur ein Semester oder ein Teil vom Semester in der Praxis ist. Da verlernt man dann doch eher das Fachwissen, was bei der Ausbildung nicht der Fall ist. Ich profitiere davon, dass ich Fachwissen direkt in meiner Praxis anwenden kann. Und wir reden im Unterricht auch über unsere Praxiserfahrungen und tauschen uns viel aus.

Svenja: Und man kann als Erzieher*in in so viele Bereiche gehen. Ich glaube, bei Erzieherin, denkt immer jeder ‚die arbeiten halt im Kindergarten‘ aber es gibt so viele andere Bereiche. Man kann in den Grundschulbereich, in Jugendheime, in Kinderheime, und auch, ich sag mal, in die sozialen Brennpunkte gehen, wenn einen das interessiert. Das finde ich auch so interessant, dass der Erzieher*in-Beruf so facettenreich ist.

Was wollt ihr den Jugendlichen generell für die Berufswahl mit auf den Weg geben?

Sarah: Ich denke, es ist wichtig, dass sie offen bleiben, und sich keinen Druck machen. Und dass sie vielleicht auch schon während der Schulzeit überlegen, was sie machen könnten und Praktika machen. Das hilft auch.

Svenja: Ich finde, es ist wichtig, dass man die Chance nutzt, sich auszuprobieren und keine Angst hat, etwas Neues anzufangen, wenn eine Sache nicht klappt. Bei mir war das so mit meinem Grundschullehramtsstudium. Ich habe das so lange durchgezogen, weil ich die ganze Zeit dachte, ‚du hast das jetzt angefangen, du musst das fertig machen‘. Ich hatte Sorge, was andere von einem denken, wenn man das Studium abbricht, aber das ist totaler Quatsch. Ich wurde von so vielen unterstützt und mir wurde mit so viel Offenheit begegnet und das ist auch etwas, was ich den Schülern auf jeden Fall vermitteln will: Dass es so wichtig ist, sich auszuprobieren, weil letztendlich ist nichts, was man macht Zeitverschwendung und alles ist irgendwie bereichernd für das Leben.

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