Dalton

Wir denken Bildung weiter.

23. Juli 2021

Auszubildende der Erzieher*innenausbildung

Zu Beginn und Ende des Schuljahres verbringen die Schüler*innen der FSUK-Klasse eine Woche am Stück in ihrer Praxiseinrichtung. Wir haben mit Kim Gießler, Luana Karcher und Timo Glunk über ihre Erfahrungen im Kindergarten gesprochen.

Was waren eure Aufgaben in der Praxiswoche?

Luana: Wir hatten für die Praxiswoche die Aufgabe, verschiedene pädagogische Aktivitäten zu planen. Wir sollten jeweils sechs Materialimpulse geben und sechs Bildungsangebote machen. Bei den Materialimpulsen geht es darum, dass man irgendetwas in den Raum oder auf den Tisch stellt und guckt, was die Kinder damit machen. Man sagt nichts und es gibt auch keine Vorgaben. Man beobachtet einfach nur und es kann alles Mögliche passieren.

Beim Bildungsangebot plant man genau, was die Kinder machen und legt Handlungsschritte fest. Es gibt eine Art roter Faden, der sich durch die Aktivität zieht, wobei immer etwas passieren kann, wo man flexibel reagieren muss. Wir sind auch mit den Kindern rausgegangen und hatten einen Naturtag. Ich habe die Kinder außerdem im Freispiel begleitet und mit ihnen Bücher gelesen.

Kim: Das waren auch meine Aufgaben. Ich habe auch noch Beobachtungsaufgaben gemacht, also geschaut, was die Kinder gerne spielen und wie sie spielen. Wir sind mit den Kindern rausgegangen, haben Touren unternommen und ich habe verschiedene Angebote gemacht.

Timo: Meine Tätigkeiten waren Freispielbegleitung, Angebote planen, zu schauen, dass jedes Kind etwas zu tun bekommt und zu unterstützen, wenn ein Kind Hilfe braucht.

Was für Erkenntnisse zieht ihr aus dieser Woche? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Kim: Meine Erkenntnis ist: Es kann nicht immer alles nach Plan laufen. Das habe ich zum Beispiel bei den Aktivitäten bemerkt, die ich mit den Kindern durchgeführt habe. Es hat aber trotzdem immer Spaß gemacht. Man sollte in diesem Beruf einfach immer flexibel sein.

Luana: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man eine ganz andere Bindung zu den Kindern aufbaut, wenn man eine ganze Woche da ist. Man sieht, was die Kinder machen und erlebt die Prozesse mit. Ich konnte zum Beispiel das Thema „Müll“ die ganze Woche lang begleiten.

Timo: Wie Kim schon gesagt hat: Es kann nicht immer alles nach Plan laufen, man muss sehr offen sein. Und es ist schön zu sehen, dass die Kinder ein Sicherheitsgefühl bekommen, wenn man nicht nur einen Tag da ist. Wenn man nur einmal in der Woche da ist, wissen die Kinder nicht, ob sie zu mir kommen können oder doch eher zu Kolleginnen die immer da sind. Wenn man eine Woche da ist, merken die Kindern: Der gehört dazu, den kann ich ansprechen. Die Beziehung zu den Kindern kann man damit deutlich stärken.

Wie wird die Praxiswoche vor- und nachbereitet?

Kim: Die Woche vor der Praxiswoche habe ich mich mit meiner Praxismentorin zusammengesetzt und wir haben überlegt, wann ich was machen kann. Und wir haben für die Aktivitäten alles vorbereitet. Nach der Praxiswoche haben wir uns wieder zusammengesetzt und darüber reflektiert, was gut war, was nicht so gut war, was hätte besser laufen können und wie die Woche für mich war.

Luana: Bei mir war das auch so. Wir haben vor der Praxiswoche in der Schule die Portfolioaufgaben bekommen. Damit war klar, was alles in der Praxiswoche zu erledigen ist, weil nach der Praxiswoche Abgabe war. Ich habe das alles vorab mit meiner Praxismentorin besprochen. Nach der Praxiswoche gab es dann auch eine Reflexion darüber, wie ich die Woche fand und was man vielleicht noch verbessern kann.

Timo: Die Praxiswoche haben wir sehr früh vorbereitet. Auf dem Plan stand vor allem, dass wir das gute Wetter ausnutzen und viel rausgehen. Am letzten Tag haben wir offene Fragen für das Portfolio geklärt und darüber reflektiert, was gut war und was man vielleicht verbessern könnte.

Was ist eurer Meinung nach wichtig für die Praxiswoche?

Timo: Vor allem Azubis sollten sich nicht davor scheuen, einfach mal etwas auszuprobieren. Dass mal Fehler passieren, ist menschlich und daraus lernt man am besten. Bei den Spaziergängen habe ich am Anfang zu viel auf meine Gruppe geachtet und nicht auf die Gesamtgruppe, beim nächsten Mal lief das deutlich besser. Und es ist wichtig, Vertrauen und eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen und auf alle Kinder zuzugehen.

Kim: Ja wichtig ist, dass man Kontakt zu allen Kindern in der ganzen Einrichtung knüpft.

Luana: Man sollte Verantwortung übernehmen und sich auch bewusst sein, dass man eine Vorbildfunktion hat. Die Kinder sehen, was man macht und machen das irgendwann vielleicht nach. Es ist wichtig, dass man Werte wie Hilfsbereitschaft vermittelt.

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