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30. Juli 2012

LedertascheSchülerinnen und Schüler der Klassen 1b und 1c des Kaufmännischen Berufskollegs haben sich im Fach Deutsch bei Ute Bales ausgiebig mit dem Gedicht "Inventur" des deutschen Lyrikers Günter Eich beschäftigt und anschließend eigene Nachdichtungen verfasst. Die Gedichte entstanden teilweise in Partnerarbeit und sind ein Dokument unserer Zeit.
Im Folgenden können Sie sich die Arbeiten anschauen.

 

Von Felicitas Wasmer, BK 1b, 2012

Dies ist mein Essen,
dies ist mein Geldbeutel,
hier meine Jacke
aus Polypropylen.

Bonbondosen –
mein Trinken, meine Schokolade,
ich habe viel
- zu viel in meiner Tasche.

Hier in meiner großen Tasche
sind kostbare Schätze verborgen,
ein Handy,
mit dem ich telefonieren kann.

In der einen Tasche von vielen
sind ein paar Zigaretten
und einiges,
was ich niemandem verrate.

Die Tasche
dient als Accessoire.
Zuhause steht sie neben meinem Bett
zwischen ihren Artgenossen.

Von Peter Nitschmann, Bk1b, 2012

Dies ist mein Grundstück,
dies ist mein Zuhaus,
hier mit meinem Bett
in meinem Zimmer.

Konzentration:
Meine Hausaufgaben, meine Lehrer,
sind verewigt
mit den Narben der Arbeit.

Schweiß -
jeden Tag derselbe Druck
Perfektion –
alles muss ineinander laufen,
Stück für Stück.

Zu wenig Zeit,
aber Zeit ist Geld,
jede Sekunde tickt
in meinem Kopf.

Der Tag
wird zum Überlebenskampf,
ich muss standhalten,
ich will überleben.

Die Schmerzen werden mit der Zeit vergehn,
aber die Erinnerung wird bleiben.
Es hilft nicht –
Ein neues Ziel, ein neues Leben.

Von Yannik Spielmann, Bk1c, 2012

Bestehend aus vielen Teilen,
fügt sich zusammen ein Ganzes.
Ein Puzzle, alles voneinander abhängig –
Priorität und Koordination notwendig.

Zusammengesetzt ein Individuum,
keines gleicht dem anderen,
Klonen nicht möglich –
das ist der Sinn.

Mein Leben gehört mir –
selbstverantwortlich und allein
bestreite ich meinen Weg –
das Ende ungewiss.

Von Sarah Niederkofler, Bk 1c, 2012

Dies ist meine Schwester,
dies ist meine Mama,
hier meine Familie,
die immer für mich da ist.

Schwester:
meine Freude, mein Vertrauen.
Ich hab all das in meiner Schwester –
und nur das zählt.

Meine Mama mit diesem
kostbaren Leben,
mit dieser Lebensfreude
in meinen Augen.

Im Herzen sind
ein paar Schmerzen
und winzige Spuren,
die ich nicht zeigen will.

So dient meine Familie
mir als Medizin.
die Wunden und Spuren
schließen sich langsam.

Von Moana Heist, BK 1c, 2012

Dies ist mein Tanz,
eine Geschichte aus Glanz,
eine Stimme des Herzens,
die zeigt, was ich kann.

Dies ist ein Lied,
mal schnell, mal langsam,
laut oder leise –
es gibt den Rhythmus an

Wenn ich tanze, bin ich ich.
Mal fröhlich, mal traurig.
Ich tanze und fühle,
damit ich loslassen kann.

Wenn wir tanzen als Gruppe,
geben wir uns gegenseitig Kraft.
Wir erzählen eine Geschichte,
ein Theaterstück ohne Worte.

Die Anstrengung und Mühe,
alle Schritte fließend zu tanzen,
werden zu Energie und Ausdruck,
zu einer eigenen Welt.

Wenn ich tanze, lasse ich los,
wenn ich tanze, bin ich ich.
Wenn ich tanze, lerne ich lieben,
wenn ich tanze, kann ich leben.

Von Gedvidas Alminsdas, Bk 1b, 2012

Dies ist mein Leben,
dies ist meine Uhr,
hier meine Bücher
im Beutel aus Leder.

Schulende:
Mein Auto, meine Straßen,
ich hab auf dem Asphalt
meine Spuren hinterlassen.

Erlöst jetzt von diesem
schmerzhaften Stillstand,
der befreiende Weg,
betrachtet durch Scheiben.

Mein Auto, das Gaspedal, der Asphalt, mein Steuer –
im meinem Leben
gibt es wichtige Menschen -
sie versuchen mich zu lenken.

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