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24. April 2014

Rent an American„Rent an American" ist ein Programm der Deutsch-Amerikanischen Zentren in Baden-Würrtemberg. Es vermittelt Studierende aus den USA als Gäste in deutsche Klassenzimmer. Auch an der Angell Akademie war ein Amerikaner zu Gast, um über sein Land zu sprechen. Johanna Moelter-Reich aus der 13B hat einen Bericht darüber geschrieben.

 

Rent an American – Kevin our squirrel shooting "School-Cowboy"

Am 28. März machte Kevin aus Amerika eine Stippvisite in der 13B. Er lebt mit seinen drei Geschwistern, seiner Mutter, seinem Vater sowie seinem Hund in Kalifornien. Zuerst zeigte er uns eine kurze Power-Point-Präsentation, um uns einen Eindruck von Kalifornien zu vermitteln. Danach befragten wir ihn zu den Themen „The American Dream", Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie genmanipulierte Nahrung. Vor allem stand aber das in Amerika geltende Recht, dass jeder eine Waffe besitzen darf, im Mittelpunkt der Debatte und wurde heiß diskutiert.
Zum Thema Waffenbesitz erzählte Kevin mit großer Gelassenheit, dass er selbst einmal ein Eichhörnchen erschossen habe, weil es Pflaumen von seinem Lieblingsbaum gestohlen hatte. Außerdem berichtete er, dass die Bewohner Amerikas auch gerne ab und zu mal einen „Blitzer" abschießen, wenn dieser sie zuerst erwischt hat. Er meinte trocken: Wenn man einen Strafzettel nicht bezahlen will, weil man zu schnell gefahren ist, schießt man halt einfach die Kamera stattdessen ab. Außerdem erzählte Kevin uns mehr oder weniger fasziniert von seinem Freund, der eine riesige Waffenkollektion besitzt. Er meinte, dass in den USA Waffen einen ähnlichen Stellenwert wie Autos hätten und viel mit Prestige und Image zu tun hätten. Er selbst sei sich noch nicht darüber im Klaren, ob er diesen freizügigen Waffenbesitz gut oder schlecht finden solle.
Im Anschluss fragten wir Kevin noch, was er denn von der Fleischproduktion in Amerika hält. Er antwortete, dass er selbst sehr gerne Fleisch isst, dass er sich aber auch der schlimmen Haltungsbedingungen bewusst ist. Es gäbe sogar einen Ort in Amerika, wo so viele Kühle geschlachtet werden, dass der Ort von den Einheimischen „Cow-Ausschwitz" genannt wird. Trotz all dieser schrecklichen Einsichten würde er aber auf keinen Fall auf sein Steak verzichten wollen.
Zu guter Letzt wollten wir von ihm wissen, welchen Ort wir uns unbedingt anschauen müssten, falls wir mal nach Amerika kämen. Kevin riet uns San Diego zu besichtigen, denn es sei einfach nur „awesome" – also total cool.
Alles in Allem war es sehr interessant Kevin zuzuhören, wenngleich er leider auch so manche Klischeevorstellung nur noch verstärkte und kaum entkräftete. Dennoch hoffen wir Kevin eines Tages wieder zu sehen – vielleicht bei einer Tofuwurst!!! in San Diego - und drücken ihm bis dahin beide Daumen für sein Jura-Studium in Amerika.

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