Wir denken Bildung weiter.

23. Juli 2014

Ein dunkler Fleck von Schaja Aenehsazy (12C)

Die Lichter sind aus, es schimmert grau und fahl. Vernehme deinen leisen Atem, neben mir.
Du sagst immer, dass dir abends zu warm ist. Mir ist kalt.
Am Bettende liegt unsere Decke zerknüllt wie ein schlummerndes Monster.
Dieses feine Kribbeln, Funken – Knistern liegt in der Luft. Aber eigentlich nicht das schöne wie damals, wenn wir so lagen.
Du, mit dem Rücken zu mir, schon einige Zeit. Ich, unruhig.
Kennst du es denn nicht, wie es ist, etwas zu ahnen? Zu spüren, dass etwas nicht stimmt?
Dieser große, graue, schwere Stein im Bauch, die kalten Hände, ganz regungslos.
Mein Blick gefangen an deinen Schulterblättern, still bewegen sie sich auf und ab und auf und ab. Ich weiß nicht, was in dir passiert, ich weiß nicht, worüber du denkst, ich weiß nur mein Herz pocht.
Du drehst dich schneller als ich es verstehen kann, blickst mich an.
Dunkle, unergründlich schimmernde Augen, Ungewissheit. Wärme – nein Hitze steigt in meinen Kopf. Schnell, prickelnd.
Richtest dich auf, ich ahme es nach.
„Was ist?“
Dein Blick springt umher, du kannst ihn nicht halten, ich liebe es dich anzusehen, fast verliere ich mich darin.
„Ich hab mich verliebt.“, weckst du mich.
Ich seufze leise.
Mein Körper wippt, ich bin mir nicht sicher, ob du es sehen kannst. Sehen kannst, wie alles in mir zerbricht.
Ich sehe, wie sich deine wohlgeformten Lippen bewegen. Höre nichts.
Erkenne einen Fleck an deinem Hals.
Dann die Zeichnung, auf deinem Handrücken – ein Mädchen, in ihrer Hand ein aufsteigender Ballon.
„Sie hat das gemalt, oder?“ und zeige auf die Stelle.