Wir denken Bildung weiter.

10. April 2017

170406 kapriole

Am Donnerstag, den 6. April besuchte die Klasse 11c mit Klassenlehrerin Sonja Brehmer die „Freie Demokratische Schule Kapriole“. Unsere BoGy-Praktikantin Marie war dabei und hat darüber einen Bericht geschrieben.

In den letzten Wochen beschäftigte sich die Klasse im Psychologie-Unterricht mit verschiedenen Schularten. Doch wie wird es wohl sein, wenn die Schüler der ANGELL Akademie mal eine ganz andere Schulart miterleben: eine Schule ohne Regeln, eine Schule ohne Verbote und jeder darf mitbestimmen. Eine Demokratie.
Schon von außen wird klar, das ist keine gewöhnliche Schule, ein einstöckiges, langgezogenes Gebäude steht mitten in einem riesigen Garten. Sieht gar nicht aus wie eine Schule, denken sich die Schüler und Schülerinnen der Klasse 11c. Was wird sie darin erwarten? Und vor allem was für Menschen? Haben sie wirklich keine Regeln, oder täuscht der Name?
Als erstes werden alle in ein Zimmer geführt, es ist komplett aus Holz, wenn man aus den Fenstern schaut, sieht man nur Grün. Der Sozialpädagoge Niklas zeigt einen Film über die Kapriole, dieser zeigt den Akademie-Schülern den Alltag der Kapriole-Schüler: Morgens darf man zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr in die Schule kommen, das ist jedem selbst überlassen, danach gibt es Werkstätten die man besuchen kann, so wie Schulfächer, nur eben ohne Klassen, ohne Lehrer und ohne Tests. Noten gibt es keine, statt Beurteilung lieber ein persönliches Gespräch mit dem Vertrauenslehrer. Und Handys? Die sind auch erlaubt. Regeln entscheiden die Schüler eigenständig bei der Schulversammlung. Jeder hat eine Stimme und kann seine Meinung frei äußern, wie in einer richtigen Demokratie eben.
Und wozu sind die Klassen überhaupt gut? An der Kapriole werden sie jedenfalls nicht gebraucht, denn wieso überhaupt nach Alter sortieren, sobald man sich bereit fühlt, beginnt man mit lesen, schreiben und Co. Außerdem erarbeitet man sich den gewünschten Stoff selbst, wer will, der macht. Wer nicht will, macht nicht, sondern spielt.
Um das gesamte Konzept der Schule nochmal zusammenzufassen: Die Kinder lernen wann, wo, was, wie und mit wem sie wollen. Sie haben die Freiheit zu tun, was sie möchten, solange es die Freiheit der anderen nicht einschränkt. Der Schulalltag wird in der Schulversammlung diskutiert und beschlossen, in der Schüler und Lehrer gleichberechtigt eine Stimme pro Person haben.
Besonders an der Kapriole ist aber vor allem das Schüler-Lehrer-Verhältnis, es wird geduzt, und kein Lehrer steht über den Schülern, denn eine der wichtigsten Regeln: Jeder ist gleich.
Ob man sich nun für diese unorganisierte, freie, demokratische Art oder doch lieber die gewohnten Schulverhältnisse entscheidet, bleibt jeder Familie selbst überlassen. Aber eins ist klar, die Klasse 11c hatte einen sehr spannenden und eindrucksvollen Besuch, denn sie hat gelernt: Schule geht auch mal ganz anders.

» zurück