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29. November 2018

181129 Lesung Lovenberg

Die Verlegerin des PIPER-Verlags und bekannte Buchautorin Felicitas von Lovenberg hielt eine Lesung zu ihrem (Anfang des Jahres erschienenen) Buch „Gebrauchsanweisung fürs Lesen“

Die Kooperation mit der Buchhandlung Rombach machte es den ANGELL Schulen möglich, die Verlegerin und Autorin am Mittwochmorgen in die ANGELL Aula einzuladen, um einen Vortrag vor der K1 & K2 (Montessori Zentrum) und den 13.-Klässlern (ANGELL Akademie) zum Thema „Lesen“ zu halten. Gleich zu Beginn machte von Lovenberg deutlich, dass diese Lesung kein Frontalunterricht wird, denn der ist „heute sowas von passé“. Sie lud die Schüler vielmehr dazu ein, sie zu unterbrechen und viele Fragen zu stellen. In den nächsten 75 Minuten schwärmte sie vom Lesen, ermunterte dazu und erzählte von der Entstehung ihres Buches.
„Ich habe in meinem ganzen Leben fast nichts lieber gemacht als Lesen. Eigentlich gar nichts.“, erklärte sie schmunzelnd. So kam sie auch zu ihrem Beruf als Literaturkritikerin und Autorin und ihrer heutigen Tätigkeit als Verlegerin des Piper Verlags. Sie erzählte von ihrer Kindheit in der „Walachei“ und wie es sie schon damals gereizt hat, Literatur „über ihrem Horizont“ zu lesen. In ihrem Vortrag nannte sie unglaublich viele Argumente warum Lesen so wichtig ist und ihr fielen ständig neue ein. Lesen führt zu weniger Depression und Krankheit, schärft das kritische Denken und fördert die Kommunikation mit sich selbst und anderen. Sind nur ein paar der genannten Vorzüge des Lesens.
Von Lovenberg findet die „Fähigkeit, die nur der Mensch“ hat, nämlich „kleinen schwarzen Dreck auf einer Seite“ zu Wörtern, Bildern und Inhalt zu verbinden, faszinierend. Auf die Frage, wie viele Schüler hier im Raum zum Vergnügen lesen, meldeten sich einige. Von Lovenberg interessierte es brennend, wie die Schüler auf die Bücher, die sie lesen, kommen. Auch die Schüler hatten Fragen an die Verlegerin und Autorin. „Meinen Sie, dass die Schullektüren (wie z.B. Faust) das Leseverhalten fördern?“, „Wieso denken Sie, dass der Beruf der Literaturkritiker*in aussterben wird?“ „Lesen Sie selbst auf Papier oder mit dem Tablet/E-Reader?“. Von Lovenberg gab zu, dass sie selbst 90% auf einem Tablet liest. Sie erklärte, dass es beruflich bedingt nicht anders geht, weil sie die vielen Manuskripte per Mail bekommt, sie oft nachts liest und es schnell gehen muss. Dennoch betonte sie, wie notwendig es in der heutigen Zeit ist, auf Papier zu lesen. Es ist wichtig für unser Gehirn, ein Buch in der Hand zu haben. So kann man sich besser an das Gelesene erinnern und verknüpft damit Dinge, die gar nichts mit dem Buch zu tun haben. Echte „Bücher erinnern daran, was für ein Privileg es ist, in Freiheit zu lesen“. Die Autorin las auch eine Textstelle aus ihrem Anfang des Jahres erschienen Buch „Gebrauchsanweisung fürs Lesen“ vor.
Anlässlich des 40-Jährigen Jubiläums der Buchreihe „Gebrauchsanweisung“, in der seit 1978 Reiseführer erscheinen, wurde sie als Verlegerin gefragt, ob sie nicht das Jubiläumsexemplar schreiben möchte. Nach anfänglicher Skepsis „das ist wie ein Sandkasten in der Sahara“, nahm sie die Herausforderung an und schrieb ein 128-seitiges Sachbuch übers Lesen. Dabei lernte sie selbst viel übers Lesen und beschreibt ihr Buch liebevoll als „Liebesbeweis an das, was ich am liebsten mache“.
Zum Schluss stellte ein Schüler die Frage, welche Bücher die Autorin, auch für den Unterricht, empfehlen kann. Von Lovenberg nannte mehrere Werke und bot zusätzlich an, nochmal länger darüber nachzudenken. Sie kündigte an, eine Liste zusammenzustellen und diese ihnen über die Buchhandlung Rombach zukommen zu lassen. Das traf auf große Freude bei den lesebegeisterten Schülern, die von dem Vortrag von Frau von Lovenberg begeistert waren.

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