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06. Dezember 2018

181205 Verhaltenspsychologin

Am 3. Dezember war die Verhaltenstherapeutin Anne von Lucadou zu Gast am Sozial- und Gesundheits-wissenschaftlichen Gymnasium und hielt in der Psychologieklasse 12C von Sonja Brehmer einen Vortrag.

Von psychischen Krankheiten im jungen Erwachsenenalter und deren Behandlung durch verhaltenstherapeutische Methoden handelte der Vortrag der Diplom-Psychologin. Anne von Lucadou erzählte von der Häufigkeit psychischer Erkrankungen, der Diagnostik, den Betroffenen, den Folgen der Erkrankung, sowie deren Behandlung. Dabei bezog sie die Schüler immer wieder mit in den Vortrag ein. „Was schätzt ihr, wie viel Prozent der Jugendlichen haben sich schon mal selbst verletzt?“ Die 12.-Klässler durften während des Vortrags Fragen stellen und taten das auch fleißig.
Auf die Frage eines Schülers, wie man denn eine Spinnen-Phobie behandelt, erzählte sie von ihren Erfahrungen in den Anfängen ihrer Therapie-Ausbildung. Die erste Patientin, die sie behandeln durfte, litt nämlich unter einer Spinnen-Phobie. Für die Patientin zog die Therapeutin eine Hauswinkelspinne bei sich daheim auf, um diese dann für die Behandlung der Betroffenen zu verwenden. Die Therapie war erfolgreich. Die Patientin nahm zum Schluss die Hauswinkelspinne, liebevoll „dicke Berta“ genannt, sogar auf den Arm. Anne von Lucadou schätzt ihren Beruf sehr. Wenn durch eine solche Expositionstherapie Ängste abgebaut werden, dann ist es „einfach toll zu sehen und zu erleben, wie froh der/die Patient*in danach ist“, schwärmte sie.
Die Psychotherapeutin erklärte den Schülern, wie sie am besten mit Betroffenen umgehen, wie sie sich bei einem Verdacht auf eine psychische Erkrankung bei Freunden/Familienmitgliedern verhalten sollen und gab Tipps zur Selbsthilfe. Zum Schluss kam von Lucadou noch auf Vorurteile gegenüber Psychologen zu sprechen und belehrte die Schüler eines Besseren. „Nein, Psychologen studieren nicht Psychologie, weil sie selbst einen Knacks haben und sich so selbst therapieren wollen – zumindest ist das eher die Ausnahme.“ Nach ihrem Vortrag bot sie den Schülern noch an, mit persönlichen Anliegen zu ihr zu kommen oder ihr eine E-Mail zu schreiben.

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