Wie lässt sich Umweltethik greifbar machen? Die Klasse 11 von Andreas Riester hat genau das ausprobiert – nicht im Klassenzimmer, sondern direkt vor der eigenen Haustür: an der Dreisam. Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Mensch und Umwelt“ ging es darum, ethische Fragestellungen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern konkret zu erleben.
In der 3. und 4. Stunde machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg ans Flussufer – mit offenen Augen und einem klaren Auftrag: hinschauen, wahrnehmen und Verantwortung übernehmen.
Was sie dabei entdeckten, war für viele überraschend – und erschreckend zugleich. „Es ist erschreckend, wie viel Müll wir in einer halben Stunde gefunden haben“, berichtet Florentine.

Auch Yves zeigt sich beeindruckt: „Krass, was Leute einfach an die Dreisam werfen!“ Neben unzähligen Zigarettenstummeln und Flaschen kamen auch ungewöhnlichere Fundstücke zum Vorschein: eine Fahrradspeiche mit Reifen, ein Sonnenschirm und sogar eine Yogamatte lagen achtlos in der Natur.
Die Aktion machte deutlich, wie stark menschliches Verhalten die Umwelt unmittelbar beeinflusst – und wie schnell aus kleinen Nachlässigkeiten große Probleme entstehen. Die praktische Auseinandersetzung eröffnete einen neuen Zugang zum Thema Umweltethik. Statt abstrakter Theorien stand das eigene Handeln im Mittelpunkt.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass Verantwortung nicht erst bei großen globalen Fragen beginnt, sondern direkt vor der eigenen Haustür. Ein Unterricht, der nachwirkt – und zeigt, wie wichtig es ist, Umweltbewusstsein nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.