Am Freitag, den 27., machte sich Ethiklehrerin Anita Lemoye gemeinsam mit den Religions- und Ethikgruppen der Klassen 9a und 9b sowie den begleitenden Lehrkräften Lena Wallenfang und Andreas Riesterer auf den Weg zum Buddhistischen Zentrum in Freiburg. Die Exkursion fand im Rahmen der Unterrichtseinheit „Weltreligionen im Vergleich“ statt und knüpft an bereits durchgeführte Besuche einer Synagoge sowie dem Islamischen Zentrum an.
Nach einem gemeinsamen Fußweg erreichte die Gruppe das Zentrum – von außen eher unscheinbar, da es sich nicht um einen klassischen Tempel, sondern um ein Wohnhaus handelt. Im Inneren erwartete die Schüler*innen jedoch ein ruhig gestalteter Raum, der eine besondere Atmosphäre vermittelte. Während eines etwa einstündigen Aufenthalts erhielten die Schüler*innen die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen: Wie wird man eigentlich Buddhist? Welche Rolle spielen Rituale und Feste? Dürfen Buddhisten Fleisch essen? Was bedeutet Karma? Auch zentrale Inhalte wie der achtfache Pfad wurden anschaulich erklärt.
Zudem wurde deutlich, dass es – ähnlich wie im Christentum – verschiedene Strömungen innerhalb des Buddhismus gibt. Ein besonderes Interesse galt auch der Frage, wie der Dalai Lama bestimmt wird und welche Bedeutung er für viele Buddhist*innen hat. Darüber hinaus wurde die Rolle der Meditation im Alltag thematisiert: Sie gilt als ein zentraler Weg, um zu mehr innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden. Zum Abschluss konnten die Schüler*innen selbst aktiv werden: Wer wollte, nahm an einer kurzen Meditation teil und bekam so einen direkten Einblick in die Praxis des Buddhismus.
Auch Fragen zum Umgang mit Gefühlen wie Wut oder Aggression wurden aufgegriffen – und es wurde deutlich, dass der Buddhismus Wege aufzeigt, diesen Emotionen bewusst und gelassen zu begegnen. Für die Lehrkräfte stand neben der inhaltlichen Auseinandersetzung besonders ein übergeordnetes Ziel im Mittelpunkt: die Förderung von Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Religionen, Weltanschauungen und kulturellen Traditionen.
Durch die direkte Begegnung vor Ort konnten die Schüler*innen Vorurteile hinterfragen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen und ein tieferes Verständnis für religiöse Vielfalt entwickeln. Die Exkursion bot den Schüler*innen somit eine wertvolle Gelegenheit, religiöse Inhalte nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern unmittelbar zu erleben – und dabei zentrale gesellschaftliche Werte wie Respekt, Dialogfähigkeit und gegenseitige Wertschätzung zu stärken.