Wie lässt sich Literatur nicht nur lesen und analysieren, sondern auch erleben? Im Rahmen des Projekts „Fliegendes Klassenzimmer“ verlegten Anne Brugger und Sophie Wehrle den Deutschunterricht für einen Teil unserer 12. Klassen kurzerhand ins Heimatwohnmuseum Freiburg. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Pflichtlektüre „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck.
In ihrem Roman erzählt die Autorin deutsche Geschichte aus einer besonderen Perspektive: Ein Haus an einem märkischen See bildet den beständigen Mittelpunkt, während seine Bewohner*innen wechseln und die Zeit voranschreitet. Persönliche Lebensgeschichten verbinden sich dabei mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Drei Räume, drei Jahrhunderte Eine spannende Parallele dazu fanden die Schüler*innen im Heimatwohnmuseum Freiburg.
In drei unterschiedlich eingerichteten Räumen werden dort drei Jahrhunderte Wohn- und Alltagsgeschichte sichtbar. Möbel, Gegenstände und die Gestaltung der Räume vermitteln einen Eindruck davon, wie Menschen zu verschiedenen Zeiten gelebt haben. Damit passte der Museumsbesuch besonders gut zur Auseinandersetzung mit „Heimsuchung“: Auch hier erzählen Räume und Gegenstände von den Menschen, die sie bewohnt und benutzt haben. Während Orte bleiben, verändern sich Lebensbedingungen, gesellschaftliche Verhältnisse und persönliche Geschichten.
Der außerschulische Lernort eröffnete so einen anderen Zugang zur Pflichtlektüre und machte Themen wie Zeit, Erinnerung, Heimat, Verlust und Wandel auf besondere Weise erfahrbar.
„Heimsuchung“ kommt ins Kino Passend zur Beschäftigung mit dem Roman kommt „Heimsuchung“ nun auch auf die große Leinwand. Unter dem Titel „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ hat Regisseur Volker Schlöndorff Jenny Erpenbecks Roman verfilmt. Der Film erzählt ebenfalls anhand des Hauses und seiner wechselnden Bewohner*innen von mehreren Jahrzehnten deutscher Geschichte – von der Weimarer Republik über Nationalsozialismus und Krieg bis zur DDR und Wendezeit.
Der Film startet am 15. Oktober 2026 in den deutschen Kinos. In den Hauptrollen sind unter anderem Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff und Ulrich Matthes zu sehen. Für alle, die sich für Literatur, deutsche Geschichte und die Themen Heimat und Zugehörigkeit interessieren, ist die Verfilmung sicherlich eine spannende Ergänzung zur Lektüre – und für unsere Schüler*innen eine weitere Möglichkeit, sich mit „Heimsuchung“ aus einer neuen Perspektive auseinanderzusetzen.