Wie entstehen Konflikte? Woran merke ich, dass eine Grenze erreicht ist? Und wie kann ich respektvoll für mich selbst und andere einstehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 in einem dreistündigen Workshop zum Thema „Grenzen“, der in geschlechtergetrennten Gruppen stattfand. Die Jungen arbeiteten gemeinsam mit dem externen Jungenarbeiter Florian Hahn sowie unserem Beratungslehrer Mario Bleier. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum Regeln und Grenzen für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft so wichtig sind.

Anhand praktischer Übungen wurde erlebbar, wie Konflikte entstehen und warum sie häufig eine Eigendynamik entwickeln. Ein Domino-Modell verdeutlichte beispielsweise, dass sich einmal angestoßene Prozesse oft nur schwer wieder stoppen lassen. Besonders eindrücklich waren szenische Übungen mit theaterpädagogischen Elementen. In einer nachgestellten Konfliktsituation konnten die Schüler erleben, wie schnell Auseinandersetzungen eskalieren können und welche Rolle dabei die eigenen Emotionen spielen. Gemeinsam entwickelten sie Strategien, um Warnsignale des eigenen Körpers frühzeitig wahrzunehmen, Konflikte zu unterbrechen und sich gegenseitig als Gruppe zu unterstützen.

Die Mädchen näherten sich dem Thema aus einer anderen Perspektive. Gemeinsam mit ihrer Workshopleiterin Siri Mahler setzten sie sich intensiv mit den eigenen persönlichen Grenzen auseinander. Durch Fantasiereisen, Körper- und Wahrnehmungsübungen sowie Bewegungsaufgaben im Raum entwickelten sie ein Gespür dafür, wo ihre individuelle Wohlfühlgrenze liegt. In Partnerübungen erfuhren die Schülerinnen, wie unterschiedlich Nähe empfunden werden kann und wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.

Besonderer Schwerpunkt war das selbstbewusste Formulieren eines klaren „Stopp“. Mit Übungen, die unter anderem Elemente aus der Kampfkunst aufgriffen, lernten sie, ihre Grenzen deutlich und respektvoll zu kommunizieren – ohne ihr Gegenüber anzugreifen. Auch der Austausch über persönliche Alltagssituationen spielte eine wichtige Rolle. Viele Schülerinnen berichteten von Momenten, in denen sie sich unwohl gefühlt hatten, ihre eigenen Bedürfnisse jedoch zugunsten anderer zurückgestellt hatten.

Der Workshop machte Mut, den eigenen Gefühlen zu vertrauen und die Erlaubnis zu geben, für sich selbst einzustehen. Die Rückmeldungen beider Gruppen fielen durchweg positiv aus. Sowohl die Schülerinnen als auch die Schüler beschrieben den Workshop als bereichernde Erfahrung. Sie nahmen neue Impulse für den Umgang mit Konflikten, gegenseitigem Respekt und dem bewussten Wahrnehmen eigener und fremder Grenzen mit – wichtige Kompetenzen für ein gelingendes Miteinander in der Schule und darüber hinaus.

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