Am 14. April wurde der Biologieunterricht bei Siri Mahler an der ANGELL Akademie besonders anschaulich – und für viele Schülerinnen und Schüler auch zu einer kleinen Mutprobe. Im Rahmen des Themas Blutkreislauf stand das Herz im Mittelpunkt – und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch. Frisch vorbereitete Schweineherzen, die am Vortag aus dem Schlachtgut besorgt worden waren, dienten als Untersuchungsobjekte.
In sorgfältiger Vorarbeit wurden diese gereinigt und von äußeren Strukturen befreit, um den Schülerinnen und Schülern einen möglichst klaren Blick auf den Aufbau des Herzens zu ermöglichen. Zu Beginn verschafften sich die Lernenden einen Überblick über das Organ von außen: Welche Seite gehört zur rechten, welche zur linken Herzhälfte? Welche ist muskulöser und warum? Schnell wurde deutlich, dass die linke Herzhälfte deutlich kräftiger ausgeprägt ist, da sie das Blut in den gesamten Körper pumpt, während die rechte Seite lediglich für den Transport in die Lunge zuständig ist. Auch die großen Blutgefäße wurden genau unter die Lupe genommen.
Besonders auffällig: die Aorta, die als Hauptschlagader mit ihrer dicken Gefäßwand sofort ins Auge fällt. Ebenso wurden die Herzkranzgefäße betrachtet, die den Herzmuskel selbst mit Sauerstoff versorgen. Im nächsten Schritt ging es ins Innere: Die Herzen wurden aufgeschnitten, um die Struktur der Herzkammern und vor allem die Herzklappen zu untersuchen.

Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen Segelklappen und Taschenklappen unterscheiden und deren Funktion nachvollziehen. Ein kleines Experiment machte die Arbeitsweise besonders anschaulich: Durch das Einfüllen von Wasser in die Aorta ließ sich beobachten, wie sich die Taschenklappen schließen und so verhindern, dass Flüssigkeit zurück ins Herz fließt. Die Reaktionen in der Klasse waren vielfältig – von großer Faszination bis hin zu spürbarem Respekt vor dem echten Organ.

Für diejenigen, die sich dem praktischen Teil nicht nähern wollten, gab es eine alternative Arbeitsgruppe: Hier wurden verschiedene Herzmodelle untersucht, verglichen und sogar eigene Modelle aus Papier gebaut. Ziel beider Gruppen ist es, ein fundiertes Verständnis für die Funktionsweise des Herzens zu entwickeln.
In der kommenden Woche präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Modelle und erklären anhand ihres „Lieblingsherzens“, wie der Blutkreislauf funktioniert. Ein Unterricht, der eindrucksvoll zeigt: Lernen wird besonders nachhaltig, wenn es greifbar wird.
