Unsere Schülerinnen und Schüler Olivia (11C), Juni (10a) sowie Mala und Ferdi (10b) nehmen derzeit am Austausch in Chile teil und sammeln vielfältige Eindrücke aus Alltag, Schule und Kultur. Einen besonders lebendigen Einblick in ihre bisherigen Erlebnisse gibt Mala Esposito: „Ein fremdes Land, neue Freunde und so viele unvergessliche Momente – niemals hätte ich gedacht, dass die Zeit in Chile so viel zu bieten hat, sowohl kulturell als auch landschaftlich.

Die Einheimischen sprechen hier teilweise auch noch Deutsch und freuen sich immer, wenn sie merken, dass das Interesse an der Sprache auf beiden Seiten vorhanden ist. Schon in der ersten Woche meines Aufenthalts in Chile habe ich das deutlich gemerkt. Hier in Puerto Montt spielt das Wetter keine große Rolle, da es sehr wechselhaft ist. An meinem ersten Tag war ich auf dem Fischmarkt in Ángelmo, einem Stadtteil von Puerto Montt.

7

Noch nie habe ich so große Muscheln und Fische gesehen. Direkt vor dem Markt werden Seelöwen und Robben mit Fischresten vom Vortag gefüttert. Alle, die Angst vor Kommunikationsschwierigkeiten haben, kann ich beruhigen: Ich war anfangs auch sehr aufgeregt, Spanisch zu sprechen. Aber gerade durch kleine Fehler entstehen oft die witzigsten Geschichten. In Ángelmo habe ich deshalb sogar eine Auster geschenkt bekommen – manchmal hat es eben auch Vorteile, nicht alles sofort zu verstehen.

Am zweiten Tag sind wir in die kleine Stadt Frutillar gefahren, die wie Puerto Varas direkt am Lago Llanquihue liegt. Dort war ich mit meiner Gastfamilie schwimmen. Später haben wir Olivia und ihre Gastfamilie getroffen. Sie hat mir von „Mote con Huesillos“ erzählt, einem typischen chilenischen Getränk aus getrockneten Pfirsichen in Zimt-Zucker-Wasser mit Weizengraupen. Auch haben wir Austauschschülerinnen aus Freiburg gemeinsam Puerto Montt erkundet.

8

Am Montag war dann unser erster Schultag. In Chile geht die Schule in der Regel mindestens bis 14:45 Uhr. Wir Gastschülerinnen haben allerdings zehn Schulstunden pro Woche, die wir in der Bibliothek verbringen können, sowie zwei Stunden mit Elena Sánchez, einer Deutschlehrerin an der Schule, um aktiv Spanisch zu lernen. Ein großes Dankeschön geht an Franziska Sáez, die uns die Schule gezeigt hat und immer offen für Änderungen war, um den Stundenplan so angenehm und individuell wie möglich zu gestalten.

Auch unter der Woche unternehmen wir viel: Wir waren auf dem Vulkan Osorno und haben das wunderschöne Puerto Varas besucht. Meine Gastfamilie ist außerdem mit mir von Samstag bis Montag nach Rupanco gefahren, etwa drei Stunden von Puerto Montt entfernt. Dort waren wir in einer kleinen Hütte: morgens gemeinsames Frühstück, mittags Sonne am See und abends ein beheizter Pool unter dem Sternenhimmel.

6

Unter der Woche waren wir außerdem am Llanquihue-See, haben Karten gespielt und mit Franziska die Insel Tenglo beim Fischmarkt von Ángelmo erkundet. Am Freitag wurden wir zu einem Geburtstag eingeladen. Am Wochenende schlafen wir meistens aus und gehen dann auf den Markt, um fürs Frühstück einzukaufen. Danach unternehmen wir etwas gemeinsam. An einem Wochenende war ich mit der Familie von Olivia in Estaquilla.

Dort haben wir den kalten Pazifik mit seinen Wellen beobachtet, Muscheln gesammelt und etwas über die heimischen Meeresbewohner gelernt. In der dritten Woche ging es etwas entspannter zu. Wir haben viel Zeit mit unseren Freunden verbracht, waren auf einer Party einer Klassenkameradin und haben am Wochenende Käse auf einem Markt in Puerto Varas gekauft. Außerdem haben wir das Museum von Pablo Fierro besucht, einem Künstler aus Puerto Montt, der dort auch seine eigene Kunst verkauft.

5

Am Sonntag sind wir zu den Termas del Sol in der Nähe von Puelo gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir Churros mit Manjar gegessen, einer Art Karamellcreme aus Argentinien – absolut empfehlenswert! In der vierten Woche unseres Austauschs haben wir die zweite Kompanie der Feuerwehr in Puerto Montt besucht und anschließend den Deutschen Verein, der von den ersten deutschen Einwanderern gegründet wurde, die damals mit dem Schiff „Susanne“ angekommen sind. Vielen Dank an die Feuerwehr, die uns diese Möglichkeit gegeben hat.

Am Donnerstag sind wir dann mit Sina Freund nach Pucón gefahren. Dort haben wir Villarrica, die Therme Quimeyco und den Vulkan Villarrica inklusive seiner Höhlen erkundet. Untergebracht waren wir bei Sinas Gasteltern Gabi und Jaime, die uns mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen haben. Nicht nur das Essen war mit Liebe zubereitet, auch die Gespräche und die gesamte Organisation haben gezeigt, wie fürsorglich alles geplant war.

Ein großes Dankeschön an Sina, Gabi und Jaime für diese wunderbare Zeit. Ich kann kaum glauben, wie lange wir schon in Chile sind und gleichzeitig, wie schnell die Zeit vergeht. Zum Glück ist erst Halbzeit – und wir haben noch viel vor uns!

Un abrazo

Mala Esposito“

Datenschutzeinstellungen (Cookies)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige sind essenziell und ermöglichen grundlegende Funktionen, während andere uns helfen zu verstehen, wie Besucher:innen die Website nutzen (Statistik-Cookies). Die Cookies erfassen alle Informationen anonym. Sie können selbst entscheiden, ob Sie sie zulassen möchten oder nicht.