200706 Interview Homeschooling

Nach rund drei Monaten im Homeschooling besuchen unsere Schüler*innen seit Ende der Pfingstferien abwechselnd in kleinen Gruppen wieder den Präsenzunterricht. Mit 11.-Klässler*innen der Spanischklasse von Anita Lemoye haben wir uns über Erfahrungen im Homeschooling und den Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht unterhalten. Alexander, Anna und Michelle waren beim Interview vor Ort, Emily, Pina und Timon online dazu geschaltet.

 

Könnt ihr ein bisschen darüber berichten, wie das Lernen im Homeschooling genau ablief?
Anna: Am Anfang haben wir von den Lehrern Aufgaben über den Messenger von WebUntis bekommen, die wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigen und zurückschicken sollten. Danach haben wir Microsoft Teams genutzt, wo wir uns auch unterhalten konnten.
Michelle: Wenn es Fragen gab, konnte man sich über den Messenger bei den Lehrern melden, die dann die Fragen beantwortet haben. Über Microsoft Teams konnten wir direkt darüber reden.
Pina: Unser Mathelehrer hat zum Beispiel Videos erstellt, in denen er uns die Themen erklärt hat. Das war total gut. Bei anderen Schulen hat es, wie ich mitbekommen habe, gar nicht geklappt, da war der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern gleich null.


Was hat euch am Homeschooling gefallen?
Pina: Ich war produktiver. Dadurch, dass wir nicht in der Schule waren, mussten wir uns einige Dinge mit Unterstützung der Lehrer selbst beibringen. Das Daltonkonzept hat uns dabei sehr geholfen, da wir schon daran gewöhnt waren, mit Arbeitsmaterialien selbstständig zu arbeiten. Ich glaube, das hat mir wirklich etwas gebracht. Später im Studium braucht man das ja auch.
Anna: Es war auch angenehm, früh morgens nicht in der Schule zu sein. Ich fand es entspannt, morgens im Online-Unterricht langsam reinzukommen, da ich mittags produktiver bin.
Alexander: Die Atmosphäre zuhause war angenehm, wodurch ich sehr konzentriert arbeiten konnte.
Pina: Das fand ich auch! Ich war eher bei der Sache und konnte Aufgaben schneller bearbeiten, da jeder nach seinem Arbeitsrhythmus arbeiten kann. Zudem haben wir Schüler uns in kleinen Gruppen über Videoanrufe gegenseitig unterstützt.


Was ist euch im Homeschooling schwergefallen?
Alexander: Es ging manchmal relativ schnell weiter. Wenn man zum Beispiel einen Schritt nicht ganz verstanden hat, konnte man den Lehrer zwar unterbrechen und noch einmal nachfragen. Da gab es allerdings bestimmt einige, die sich das nicht getraut haben.
Michelle: Problematisch war auch, wenn das Internet zu schwach war oder ausgefallen ist. Dann haben manche Schüler die ganze Stunde verpasst.
Anna: Wenn wir Aufgaben und Erklärvideos geschickt bekommen haben, habe ich die Videos manchmal nicht ganz verstanden. Dann war man schnell hintendran, weil der Lehrer im Online-Unterricht nicht immer auf jede Person einzeln eingehen konnte. Daher fand ich es im Homeschooling etwas schwerer mitzukommen als im Präsenzunterricht.
Timon: Ich fand es schwer, aufmerksam zu bleiben. Man hatte ja zuhause auch die Möglichkeiten, andere Dinge zu machen.
Pina: Bei manchen Lehrern war das Internet auch nicht gut. Wenn das Video über Microsoft Teams sehr abgehackt war und man nur Bruchteile verstanden hat, war es schwierig zu folgen.


Wie war euer erster Tag an der Schule nach der langen Zeit Homeschooling?
Pina: Am Anfang war es ungewohnt, mit einer Maske zur Schule zu kommen. Ich habe mich aber irgendwie darauf gefreut, da es eine Abwechslung und dadurch spannender war.
Anna: Mir haben die sozialen Kontakte in der Schule gefehlt. Nach der langen Zeit habe ich mich gefreut, meine Freunde wieder zu sehen.
Alexander: Die Schule hat das sehr gut geplant, zum Beispiel mit Plänen, wo wir hochlaufen müssen über die verschiedenen Treppenhäuser und zum Händedesinfizieren, damit das Ansteckungsrisiko so niedrig wie möglich ist.
Emily: Es war wirklich sehr ungewohnt, aber ich finde es besser, wieder in der Schule zu sein.
Pina: Es war ein bisschen so, wie wenn man von den Sommerferien wieder zurück in die Schule kommt. Mundschutz zu tragen ist für mich inzwischen auch schon ganz normal.


Was gefällt euch daran, wieder im Präsenzunterricht zu sein? Gibt es etwas, das ihr nun anders wahrnehmt?
Alexander: Über den Messenger und Teams konnte man zwar Fragen stellen, aber im Präsenzunterricht geht das noch schneller. Man fragt dann auch eher noch einmal nach, wenn man es immer noch nicht verstanden hat.
Anna: Man kann auch aktiver im Unterricht mitmachen. Über Microsoft Teams war mir das etwas unangenehm, wenn die ganze Klasse dabei war, man sie aber nicht sehen konnte.
Emily: Es war ruhiger im Präsenzunterricht als davor. Das kann aber daran liegen, dass die Gruppen kleiner sind und die Situation ungewohnt.


Was ist euer Fazit zum Homeschooling und zum Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht?
Alexander: Ich finde die Lösung mit den kleineren Gruppen, die abwechselnd im Präsenzunterricht und online zugeschaltet sind, sehr gut. Es ist viel ruhiger und die Lehrer kommen mit den Themen gut voran. Auch in Zukunft würde ich mir so etwas wünschen.
Pina: Man hat gelernt, sich selbst zu organisieren und sich die Aufgaben selbst einzuteilen. Wenn jemand über einen längeren Zeitraum krank wird, könnte man den Online-Unterricht vielleicht auch nutzen und sich online zuschalten.
Anna: Ich bin froh, dass wir das Homeschooling hatten. Wir waren sehr gut auf die Situation vorbereitet und hatten daher keinen einzigen Tag, an dem wir nichts zu tun hatten.
Michelle: Wir haben auch direkt die Zugangsdaten für den Messenger bekommen, damit wir uns auf die Situation einstellen konnten. Die Schule hat sehr vorausschauend gehandelt.

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