Wie entsteht eigentlich eine Zeitung? Woran erkennt man seriöse Berichterstattung – und warum ist sie für eine funktionierende Demokratie so wichtig? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der ANGELL Akademie im Rahmen des Projekts Zisch-up – Zeitung in der Schule auseinander, das jährlich von der Badischen Zeitung angeboten wird. Das Projekt wurde an der ANGELL Akademie von Anita Lemoye, Deutschlehrerin der Klasse, in den Unterricht integriert und über den gesamten Zeitraum hinweg engagiert begleitet.

„Mir war wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, wie man seriöse Nachrichten erkennt und kritisch mit Informationen umgeht. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft ist Medienkompetenz eine zentrale Voraussetzung für demokratische Teilhabe.“

Über einen Zeitraum von rund sechs Wochen erhielt die Schule täglich kostenlos die gedruckte Ausgabe der Badischen Zeitung. Zusätzlich konnten sich die Jugendlichen digital registrieren, um die Zeitung auch am Wochenende und in den Ferien online zu lesen. Ziel des Projekts ist es, junge Menschen an journalistisches Arbeiten heranzuführen und ihnen aufzuzeigen, wie wichtig verlässliche Informationen, Pressefreiheit und Medienkompetenz für unsere Demokratie sind. Gerade in Zeiten von Social Media, Fake News und algorithmisch gesteuerten Informationsblasen gewinnt diese Auseinandersetzung zunehmend an Bedeutung.

Begleitet wurde das Projekt durch eine Fortbildung der Badischen Zeitung für Lehrkräfte, bei der umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt wurden. Im Unterricht startete die Klasse zunächst mit einer gemeinsamen Lesephase – für viele Schülerinnen und Schüler das erste Mal überhaupt, dass sie eine echte Papierzeitung in der Hand hielten. Anschließend beschäftigten sie sich unter anderem mit:

  • verschiedenen journalistischen Textsorten (Bericht, Reportage, Interview, Kommentar, Rezension)
  • dem Erkennen von Fake News
  • dem Pressekodex und journalistischer Ethik
  • der Frage, wie Nachrichten entstehen und geprüft werden

Im nächsten Schritt wurden die Jugendlichen selbst aktiv: Jede Schülerin und jeder Schüler verfasste einen eigenen Zeitungsartikel. Thema und Textsorte durften frei gewählt werden – von gesellschaftlichen Fragestellungen über Interviews bis hin zu Buchtipps oder erklärenden Sachtexten. Die Artikel wurden innerhalb der Klasse vorgestellt, diskutiert und in einem internen Ranking ausgewählt. Alle Beiträge wurden anschließend bei der Badischen Zeitung eingereicht. Der besondere Erfolg: Vier Schülerbeiträge der ANGELL Akademie wurden schließlich in der Badischen Zeitung veröffentlicht.

Veröffentlichte Artikel unserer Schülerinnen und Schüler

📰 Interview zum Dalton-Lernkonzept

Paulina Ruß und Hanna Steinbach führten ein ausführliches Interview mit Schulleiter Wolfgang Lang zum Dalton-Lernkonzept der ANGELL Akademie. Im Mittelpunkt standen Eigenverantwortung, Freiheit und Selbstorganisation – zentrale Elemente dieses pädagogischen Modells, das an nur wenigen Schulen in Deutschland umgesetzt wird.

💬 Kommentar: Schule und Leben

In seinem Kommentar setzt sich Benedikt Ramel kritisch mit der Frage auseinander, wie gut Schule junge Menschen tatsächlich auf das Leben nach dem Abschluss vorbereitet. Er thematisiert fehlende Alltagskompetenzen und fordert mehr Praxisbezug im Bildungssystem.

📘 Buchtipp: Elektrische Fische

Maja Plum empfiehlt in ihrem Zisch-up-Tipp den Jugendroman Elektrische Fische von Susan Kreller. Ein sensibel geschriebener Text über Neuanfang, Identität und erste Liebe, der besonders durch emotionale Tiefe überzeugt. 

📱 Erklärstück: Was sind Medfluencer?

Selma Kibbel erklärt anschaulich, was sogenannte Medfluencer sind, welche Chancen, aber auch Risiken ihre Inhalte bergen – und woran man seriöse Gesundheitsinformationen im Netz erkennt. Ein hochaktuelles Thema im digitalen Alltag junger Menschen.

Lernen über den Unterricht hinaus

Ergänzt wurde das Projekt durch besondere außerschulische Lernorte:

  • Besuch der Badischen Zeitung mit Führung durch Redaktion, Hausgeschichte und Druckerei
  • Gespräch mit der stellvertretenden Leiterin des Politik-Ressorts (Russland / Nahost), die in einer Doppelstunde aus ihrem journalistischen Berufsalltag berichtete.

So erhielten die Schülerinnen und Schüler authentische Einblicke in journalistische Arbeit, Recherche, Verantwortung und Meinungsbildung.

Neben journalistischem Arbeiten trainierten die Jugendlichen auch grundlegende digitale Kompetenzen:

  • Schreiben und korrektes Abspeichern von Textdateien
  • Versenden von Dokumenten
  • Verfassen formeller E-Mails mit Anrede und Grußformel
  • Einhalten von Abgabefristen und formalen Vorgaben

Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zum schulischen Mediencurriculum – praxisnah, motivierend und nachhaltig.

Fazit

Das Zisch-up-Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig Medienbildung sein kann. Die Schülerinnen und Schüler lernten nicht nur, Nachrichten kritisch zu hinterfragen, sondern auch selbst Verantwortung für Inhalte zu übernehmen. Der Erfolg der vier veröffentlichten Artikel ist dabei eine besondere Anerkennung ihrer Arbeit – und ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig es ist, jungen Menschen frühzeitig den Wert von seriösem Journalismus, kritischem Denken und demokratischer Teilhabe zu vermitteln. 

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